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Weltgebetstag

Ein Gottesdienst, der um die Welt geht

Slowenien ist das Patenland des diesjährigen Weltgebetstag. Der kleine Staat im Norden des ehemaligen Jugoslawien blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück.

Christinnen und Christen in mehr als 120 Ländern der Welt feiern am Freitag, 1. März, den Weltgebetstag und setzen sich dafür ein, dass Frauen und Mädchen überall in Frieden, Gerechtigkeit und Würde leben können.

Er gilt als eine der größten ökumenischen Bewegungen weltweit und spannt seit 1927 ein internationales Netz von Gebet und Solidarität um den Globus: Der „Weltgebetstag der Frauen“, bei dem auch Männer gern gesehen sind, steht am 1. März jedes Jahres fest im Veranstaltungskalender evangelischer und katholischer Gemeinden in der Region und weltweit. Christinnen aus 120 Ländern haben daran teil. Die jährlich wechselnde Liturgie unter dem Bibelvers „Kommt! Alles ist bereit!“ aus dem Lukas-Evangelium haben in diesem Jahr Frauen aus Slowenien vorbereitet.

Seit elf Jahren für den Weltgebetstag unterwegs

Für den Bereich des Evangelischen Dekanats Rodgau koordinieren Astrid Freund und Katharina Freckmann die Vorbereitungen. Die beiden Frauen aus dem Rodgauer Stadtteil Dudenhofen sind seit elf Jahren verantwortlich für die Verbreitung der Weltgebetstagsidee in der Region: Sie besuchen selbst Workshops zu den jeweiligen Patenländern und geben ihr Wissen über Land, Leute und Liturgie weiter: Über 50 Frauen haben in diesem Jahr an den beiden regionalen Einführungsveranstaltungen in Mühlheim und Heusenstamm teilgenommen.

Für Astrid Freckmann ist die weltumspannende Idee, die hinter dem Weltgebetstag steht, faszinierend: „Die Vorstellung, dass die von Frauen gestalteten Gottesdienste mit ihren Gebeten in jedem Jahr 24 Stunden lang um die Welt wandern und Menschen in mehr als 120 Ländern miteinander verbinden, begeistert mich.“

„Zudem ist jeder Weltgebetstag auch in jedem Jahr eine Reise in ein mehr oder weniger fremdes Land“, ergänzt Astrid Freund: „So kamen die Abläufe, Gebete und Lieder der jährlichen Gottesdienste bis dato von Christinnen aus Frankreich und Polen, aber auch schon aus Papua Neuguinea, Kuba, den Bahamas oder Surinam.“ In den nächsten drei Jahren stehen Simbabwe (2020), der Pazifik-Inselstaat Vanuatu (2021) sowie England, Wales und Nordirland (2022) auf der Agenda.

Liturgie aus Slowenien

In diesem Jahr laden Frauen aus Slowenien zur Gestaltung des Weltgebetstags ein, Neues auszuprobieren und sich auf Ungewohntes einzulassen. „Es ist noch Platz“ lautet die Botschaft des Gleichnisses vom Reich Gottes, das man sich wie ein großes Gastmahl vorstellen soll. Slowenien ist eines der jüngsten und kleinsten EU-Länder mit Deutschland als Haupthandelspartner. Italien, Kroatien, Österreich und Ungarn sind die direkten Nachbarn, und der landschaftlich vielfältige Staat mit seiner wechselvollen Geschichte. Rund 60 Prozent der Slowen sind katholisch, jeweils etwa 2,5 Prozent christlich-orthodox und Muslime und zu einem Prozent protestantisch.

Stichwort: Weltgebetstag

Am jährlich stattfindenden Weltgebetstag wandern Gottesdienste und Gebete 24 Stunden lang um den Erdball und verbinden Frauen in mehr als 120 Ländern der Welt miteinander. In den vergangenen 130 Jahren hat sich der Weltgebetstag zur größten Basisbewegung christlicher Frauen entwickelt. Sie beten und engagieren sich über Konfessions- und Staatsgrenzen hinweg überall auf der Welt dafür, dass alle Menschen, vor allem aber Frauen und Mädchen, in Frieden, Gerechtigkeit und Würde leben können.
Der Weltgebetstag der Frauen in seiner heutigen Form hat schon eine über 90 Jahre alte Tradition, seine Wurzeln reichen aber schon in die 1880er-Jahre zurück: Im Jahr 1927 schließlich riefen nordamerikanische Christinnen unterschiedlicher Konfessionen erstmals weltumspannend zu einem Tag des Gebets und der christlichen Frauensolidarität auf. Eine der Antriebsfedern dafür waren sicherlich die Erfahrungen mit dem Ersten Weltkrieg und in dessen Folge das Eintreten der Frauen für Frieden, Überwindung von Grenzen und „Weltfreundschaft“. Ein US-amerikanisches Frauenmagazin berichtete damals über den Weltgebetstag als „begeisternden Gedanken, dass zum ersten Mal in der Geschichte der Welt christliche Frauen und Mädchen aller Länder sich an einem Tag zum Gebet vereinigen werden“.


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